Uffrur – 500 Jahre Bauernkrieg in Bad Schussenried
Die Ausstellung „Uffrur“ im Kloster Bad Schussenried erinnerte an das 500. Jubiläum der Bauernkriege – und brachte dabei Geschichte, Medienkunst und Emotion auf eine eindrucksvolle Weise zusammen. Gestaltet wurde sie von Jangled Nerves, die den historischen Stoff mit modernen Technologien neu interpretierten. Für mich war es fotografisch eine besondere Erfahrung, Geschichte nicht als Rückblick, sondern als lebendiges Erlebnis festzuhalten.
Geschichte trifft Gegenwart
Der Bauernkrieg ist ein Kapitel, das sich schwer in Bilder fassen lässt – zwischen Idealismus, Leid und Rebellion. In „Uffrur“ wurde diese Spannung spürbar: durch immersive Räume, mediale Inszenierungen und eine klare gestalterische Linie. Meine Aufgabe bestand darin, diese Atmosphäre fotografisch zu übersetzen, ohne die Intensität der Szenografie zu verlieren.
KI-Charaktere als Erzähler
Besonders faszinierend waren die KI-generierten Figuren, die als virtuelle Zeitzeugen durch die Ausstellung führten. Ihre Gesichter wirkten vertraut und fremd zugleich – ein bewusst gewählter Effekt, der zwischen Dokumentation und Fiktion oszillierte. In Kombination mit den eigens produzierten Filmen entstand ein erzählerischer Rhythmus, der auch fotografisch herausfordernd war: wechselnde Lichtstimmungen, Projektionen, Interaktion.
Zwischen Dunkelheit und Projektion
Die Lichtverhältnisse im Kloster waren anspruchsvoll – von tiefem Schatten bis zu stark gerichteten Spot-Effekten. Ich arbeitete mit ruhigen Belichtungen und punktueller Nachbearbeitung, um die Farbtemperatur der Projektionen beizubehalten. Diese Mischung aus realer Raumarchitektur und digitalem Licht hat die Serie für mich besonders gemacht. Ein ähnliches Spiel aus Atmosphäre und Technik zeigte sich bereits in der Ausstellung „Weltenbrand“ im Haus der Bayerischen Geschichte.
Eine Ausstellung mit Haltung
„Uffrur“ ist keine klassische Geschichtsausstellung. Sie fordert, stellt Fragen und nutzt digitale Werkzeuge, um Haltung sichtbar zu machen. Genau das macht Projekte wie dieses so spannend – weil sie zeigen, dass visuelle Kommunikation über reine Information hinausgeht. Für mich als Fotograf bedeutet das: den Moment finden, in dem Inhalt und Inszenierung eins werden.
Verwandte Beiträge:
Nachhaltigkeit auf der BAU 2025 ·
ISPO 2024 – Sport und Innovation ·
Qualität in der Fotografie ·
Kontakt
